God morgon,
heute ging es für uns schon sehr früh raus. Der Küchendienst bereitete bereits um 6:15 Uhr das Frühstück vor. Dabei war es jedem freigestellt, ob man direkt um 6:30 Uhr zum Frühstück kam, etwas später aufstand oder erst zum ersten festen Treffpunkt um 7:10 Uhr Bett verließ. Aber für diese frühen Zeiten gab es natürlich einen guten Grund. Wie gestern schon angekündigt machten wir uns heute auf den Weg in die schwedische Hauptstadt Stockholm. Der Name Stockholm leitet sich ab von den altschwedischen Wörtern „stokker“, zu deutsch „Baumstamm“ bzw. „Warenbestand“ und „holme“, also „kleine Insel“.
Pünktlich um 7:30 Uhr ging die knapp viereinhalb stündige Fahrt los. Vor allem zu Beginn war es im Bus allerdings noch sehr ruhig, was untrennbar mit der frühen Uhrzeit zusammenhing. Irgendwann wurden aber doch die meisten wieder munter und der bei „Top oder Flop“ verloste Block kam für eine Runde „Werwolf“ zum Einsatz. Zwischendurch gab es noch eine kurze Pause an einer Raststätte mit Zugang zu einer allseits beliebten Schnellrestaurantkette mit eingängigem, goldenen Initial sowie Toiletten, die keinem Geschlecht zugeordnet waren, sondern einfach von allen gleichermaßen genutzt werden konnten.
Angekommen in Stockholm gab es erst noch einige organisatorische Dinge zu klären, wie etwa die Abfahrtszeit am Abend. Um die Lenkzeiten unseres Busfahrers einhalten zu können entschieden wir uns dafür, zehn Stunden in Stockholm zu verbringen. Während dieser Zeit durften alle Teilnehmenden selbstständig in Gruppen mit mindestens drei Personen die Stadt erkunden. Dabei haben wir uns ganz bewusst für wenigstens drei Personen pro Gruppe entschieden, da im Fall einer Verletzung eine Person Hilfe holen und trotzdem noch jemand bei der verletzten Person bleiben kann. Außerdem wurden von allen Gruppen Bilder gemacht, um möglichst genaue Angaben machen zu können, falls eine Gruppe gesucht werden müsste. Nach all diesen Punkten und nachdem alle Kleingruppen entlassen waren, war es nun aber endlich für uns Teamer an der Zeit die Stadt unsicher zu machen.
Unser erster Stopp führte uns zum Stadshus, dem Rathaus von Stockholm. Besonders auffällig daran ist der 106 Meter hohe und ca. 24.000 Tonnen schwere Turm mit den drei Kronen auf dem Dach. Danach ging es direkt weiter zur Riddarholmskirche, die in Teilen bis in das 13. Jahrhundert zurückzuführen ist. Unser nächstes Ziel und definitiv ein Highlight dieses Tages war der königliche Palast. Pünktlich zur Wachübergabe kamen wir auf dem großen Vorplatz des Schlosses an. Innerhalb des imposanten Gebäudes war die königliche Kapelle frei zugänglich und wir konnten in den Genuss des pompösen Raumes kommen. Mit reichlichen Goldzierden, einem beeindruckenden Altarbild aus Marmor und einzigartigen Deckenmalereien ist diese auf jeden Fall den Besuch wert.
Trotz allem staunen knurrten uns allen irgendwann die Mägen. Deshalb machten wir uns wieder auf den Weg zum bereits auserkorenen Restaurant. Dort genossen wir vegane Köttbullar, Lasagne, Salate, Süßkartoffelsuppe und Burger. Pappsatt und frisch gestärkt konnte das Sightseeing weitergehen. Jetzt zog es uns etwas tiefer in die „Gamla stan“, die historische Altstadt von Stockholm. Der Stadtkern liegt auf der Insel „Stadsholmen“. Von hier aus wurden all die anderen Inseln des Archipels, das Stockholm bildet, erschlossen. Verbunden durch Brücken, Schiffe und die U-Bahn ergibt sich so ein wunderschönes Stadtbild. Mitten in der Altstadt entdeckten wir an einem Haus einen Psalm, der auf deutsch geschrieben war. Die kurze Verwunderung über die Sprache klärte sich aber schnell wieder, da wir kurz darauf auf die deutsche evangelische Kirchengemeinde stießen. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts existiert die deutsche Gemeinde bereits und um 1640 wurde schließlich die Kirche erbaut.
Weiter ging es für uns noch etwas tiefer in die „Gamla stan“, wo wir wunderschöne Fassaden bewundern und uns noch etwas vertrauter mit dem doch recht unebenen Kopfsteinpflaster machen konnten.
Der nächste Stopp führte uns zum „Riksdagshuset“ dem schwedischen Reichstag. Der beeindruckende Gebäudekomplex wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und bildet auf der „Helgeandsholmen“, einer weiteren Insel des Archipels, einen Übergang zwischen den alten Häusern der Altstadt und modernen bauten sowie ausladenden Einkaufspassagen. Im moderneren Teil der Stadt wurde Marco unser Freizeitklassiker, das „Mörderspiel“, zum Verhängnis. Dabei geht es darum einer Person, die per Zettel zugelost wurde, einen Gegenstand in die Hand zu geben. Nimmt die Person, deren Name auf dem Zettel steht, den Gegenstand an, so ist sie im Spiel tot und muss ihren eigenen Zettel an den Mörder weitergeben. In diesem speziellen Fall hat Marco sich unglücklicher Weise selbst in einem Spielzeugladen getötet. Ich, Marlene, habe Steckenpferde entdeckt und da Marco sich bereits bei einem Spiel etwas genauer mit der Trendsportart Hobbyhorsing befassen konnte, wollte ich natürlich seine professionelle Meinung zu diesem Modell. Mit den Worten „Zeig mal her“ nahm er mir das Steckenpferd aus der Hand und tötete sich so kurzerhand selbst. Auf diesen Schock gab es dann erstmal ein Eis in einem schier endlos wirkenden Kaufhaus.
Nun war es langsam schon wieder Zeit sich auf den Weg zurück zum Bus zu machen. Wir erkundeten noch den ein oder anderen Park, genossen die Aussicht auf den Brücken und schließlich am Bus angekommen gab es für alle nochmal die Möglichkeit sich im Supermarkt mit Snacks für die Busfahrt einzudecken. Im Anschluss zog ein Teil der Gruppe los um eine letzte Toilettenpause vor den anstehenden viereinhalb Stunden Busfahrt zu machen. Hierfür erfragten wir uns mangels öffentlicher Toiletten kurzerhand den Zugang zu den Toiletten in Restaurants, der uns zum Glück gestattet wurde. Zurück am Bus hieß es auch gleich wieder einsteigen, anschnallen und los geht es zurück nach Hause.
Nach diesem anstrengenden Tag sind nun alle froh, die Busfahrt dafür nutzen zu können sich etwas auszuruhen und bereits die ersten Stunden schlaf für diese Nacht zu verzeichnen.












Euer Ausflug nach Stockholm hört sich sehr gut an. Schön das ihr alles so gut geplant und so einiges erlebt habt. Die Bilder sind auch sehr schön vielen Dank dafür.
AntwortenLöschenEuer Blog ist so toll geschrieben. Es macht ganz viel Spaß ihn zu lesen 😍
AntwortenLöschenDer Ausflug und all eure Aktivitäten hören sich alle ganz fantastisch an
Oh und keiner war im ABBA Museum und hat am Telefon gewartet?
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