Den heutigen Tag begannen 2 Teilis und ich schon um ca. 4.00 Uhr. Der Regen unterbrach das nächtliche Ruhen. Ich verließ meine Hängematte, die Teilis verließen das Trampolin, auf dem sie schliefen. Bis kurz nach dem Frühstück bekam die schwedische Flora immer wieder heftige Regenschauer ab. Bei den Workshops am Vormittag konnten entweder personalisierte Armbänder für sich selbst oder die liebsten aus Perlen designed werden. Wobei ein ausreichend langer Faden am Ende das Zusammenknoten erheblich erleichtert. Manch einer munkelt sogar, dass Anna-Lena, eine der Ehrenamtlichen, das abermalige Auffädeln der Perlen mehrmals als Fleißaufgabe nach dem Erstellen eines missglücken Knoten machte.
Das handwerkliche Geschick konnte beim Basteln von Vogelhäusern mit Materialien aus dem Wald unter Beweis gestellt werden. Eine weitverbreitete Baumart hier im Norden ist die Birke. Die Äste wurden in kurze Stücke gesägt und mit der Axt der Länge nach, unter fachlicher Anleitung von Sebbo, gespalten. Somit erhält man ein hervorragendes Baumaterial. Weiter als die Beschaffung des Material und Montage der ersten Fertigteile kam die Gruppe leider nicht. Wie so oft verzögert sich die Feritgstellung des Bauprojektes. Einstweilige Kostensteigerungen konnten noch nicht Kalkuliert werden. Als 3. Workshop durften sich die Teilis auf den Weg machen und Steine suchen. Diese konnten sie nach Belieben gestalten. Einzigartige Kunstwerke in farbenfrohen Variationen zieren nun die Umgebung des Hauses.
Nach dem Mittagessen wurde eine große Haushaltsgummischlacht eröffnet. Ziel war es dabei die versteckte Flagge des gegnerischen Teams zu entwenden ohne selbst von einem, mit den Fingern geschnipsten, Haushaltsgummi getroffen zu werden. Die ersten Versuche der Gummiattacke gingen dabei Buchstäblich nach hinten los. Innerhalb des eigenen Teams waren sowohl Taktik als auch Geschick gefragt.
Nach der erfolgreichen Schlacht ging es für einige das erste mal zum erfrischenden Bad in den See. Auch wenn das Wasser ein paar Grad wärmer sein könnte, so sind alle begeistert von der wunderbaren Badebucht. Schwimmen oder Ballspielen waren nur einige der Aktivitäten im Wasser.
Zum Abendessen gab es dann das am Abend zuvor begonnene Kichererbsen Curry. Das Einfüllen von 2,5kg trockener Erbsen in den Blechtopf erzeugte ein eigenartiges dumpfes Geräusch. Über Nacht weichten diese im Wasserbad ein. Als Beilage gab es Reis. Zwischenzeitlich ist das allseits beliebte „Top oder Flop“ ein fester Bestandteil nach jeder Mahlzeit geworden. Hierbei gewinnt jeder mit seiner Nummer auf der Teilnehmendenliste. Eine Losfee zieht die Glücksnummer mit der ein einzigartiges Geschenk gewonnen werden kann. Ob ein Regenponcho, ein Gutschein zum vordrängeln bei der Duschschlange oder ein Kochlöffel, mit einem Ausschnitt in Form einer Schneeflocke, haben schon einige Gegenstände neue Eigentümer gefunden.
Voller Vorfreude wollten unsere Teilnehmenden die Grüße aus der Heimat empfangen, doch mangels Berichten der Daheimgebliebenen mussten wir diesen Programmpunkt leider etwas verschieben. Deshalb hier nochmal der Aufruf zum fleißigen kommentieren. Vielleicht können wir morgen unsere Teilnehmenden mit mehr Informationen aus der Heimat begeistern.
Den traumhaften Sonnenuntergang konnten wir beim Lagerfeuer am Strand genießen. Bei Dauerbrennern wie „Summer of ’69“, „Pocahontas“ oder „Lemontree“ trällerten alle fröhlich mit. Im Schein des Feuers tauchten wir ein in das Dorf von Düsterwald. Während wir in Schweden mit Mücken kämpfen, hat das Örtchen Düsterwald ein Problem mit Werwölfen. Hierbei ist es das Ziel der Dorfbewohner durch geschicktes Argumentieren die Werwölfe zu enttarnen und sie tagsüber unschädlich zu machen. Die Wölfe dagegen gehen nachts auf die Jagd nach Dorfbewohnern um den Hunger ihres gesamten Rudels zu stillen. Mit Sprachgewandtheit und argumentativem Geschick entsteht unter den Mitspielenden eine hitzige Diskussion über die verdeckte Identität eines jeden Mitspielers.
Mit der voranschreitenden Finsternis gab es auch einen Temperaturabfall, welcher uns für den Abendabschluss zurück in unser Haus drängte. Mit der Jahreslosung aus dem Jahr 2019 „Suche den Frieden und jage ihm nach“ konnten wir mit einigen wichtigen Impulsen in die Nacht gehen.
Nach der Andacht machten sich drei mutige Teilnehmende zusammen mit zwei Mitarbeitenden auf um die Nacht unter freiem Himmel am Strand zu verbringen. Wie es ihnen dabei ergangen ist erfahren wir in unserem nächsten Blogbeitrag.












